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FAQ
MindPrint FAQ (frequently asked questions) Auf diesen Seiten beantworten wir die am häufigsten gestellten Fragen zu MindPrint Produkten. Weitere Tools wie Bedienungsanleitungen, Produktbilder, Testberichte und die jeweils aktuellsten Treiber finden Sie im Bereich DOWNLOADS
EN-VOICE MKII Frage: Kann ich meinen EN-VOICE MKII auch nach Amerika mitnehmen (110V) oder brauche ich einen externen Spannungswandler 230V/110 V?
Antwort: Das im EN-VOICE MKII verbaute Schaltnetzteil pass sich automatisch Netzspannungen von 100 bis 240 Volt an und verhindert durch Spannungsschwankungen verursachte Soundverluste. Das macht den EN-VOICE MKII zum "Global Player" - der Tournee durch die USA steht also (zumindest von MindPrint her;-) nichts im Weg. Ach ja, ein landestypisches Netzkabel sollte man natürlich dabei haben. Frage: Die Eingangsimpedanz des Mikrofoneingangs ist beim MK II mit 10kOhm wesentlich höher ausgeleg, als man es üblicherweise von Mikrofonvorverstärkern gewohnt ist. Warum weicht MindPrint so stark von den üblichen Werten zwischen 600-1000 Ohm ab?
Antwort: Die Impedanz von Mikrofonen ist nicht konstant, sondern frequenzabhängig. Innerhalb des Frequenzganges von Mikrofonen treten Impedanzspitzen auf, die weit über 1000 Ohm springen können. Ist die Eingangsimpedanz des Mikrofonvorverstärkers kleiner, werden diese Peaks gedämpft. Damit ändert sich automatisch der Frequenzgang. Da diese Peaks besonders in den Höhen auftreten, führt die automatische Bedämpfung niederohmiger Vorverstärker zu einem Verlust an Brillanz.
Der EN-VOICE MK II kann durch seine hochohmige Bauweise selbst extreme Peaks verarbeiten und verhindert damit Verluste in den Höhen. Dadurch klingen vor allem dynamische Mikrofone frischer und natürlicher. Kondensatormikrofone klingen ebenfalls besser, da deren Verstärker durch die geringere Belastung klirrärmer arbeiten können.
Frage: Vielleicht ein Wort über die Röhre im Kompressor?
Antwort: Was die Röhre auszeichnet, ist ihr Obertonverhalten im Grenzbereich der Aussteuerung. Während Halbleiter hier schnell hässich klingen, überzeugt die Röhre durch ihren warmen, seidigen Klang. Reine Röhrenschaltungen weisen im Vergleich zu transistorschaltungen neben dem gewünschten, warmen Klang aber oft auch ungewünschte Eigenschaften wie beispielsweise ein höheres Grundrauschen auf (ja, die kultigen, hoch bejubelten Vintage-Geräte rauschen alle ein bißchen!;).
Beim EN-VOICE MK II ist die Röhre eng mit einem VCA (Voltage Controlled Amplifier, das regelnde Element des Kompressors) verbunden, wodurch die Röhrenparameter kompressionsabhängig nachgeführt werden können. Das Resultat ist ein Kompressor, der die typische Präzision des Halbleiterkonzepts mit dem für reine Röhrengeräte typischen Klangverhalten kombiniert. Bei den Röhren vom Typ 12AX7A handelt es sich um Trioden, welche aufgrund ihrer "audio-geeigneten" Eigenschaften auch in vielen anderen Geräten zum Einsatz kommen. Dadurch ergibt sich zudem der positive Nebeneffekt, dass die Röhren im Reparaturfall leicht und günstig zu beschaffen sind. Frage: Wie funktioniert die AdaptiveResponse Schaltung beim Kompressor genau?
Antwort: Im EN-VOICE MK II ist die von MindPrint entwickelte AdaptiveResponse Schaltung integriert, die mit mehreren, sich gegenseitig beeinflussenden Regelzeiten arbeitet und mit einer intelligenten Automatik für Attack und Release unerwünschte Nebeneffekte verhindert. Adaptiv verändert die vorgegebene Regelzeit, so dass bei kurzen Signalen eine schnellere Regelung erzielt wird, bei längeren Signalen eine langsamere. Ein üblicher Kompressor regelt dann ab, wenn z.B. Signalspitzen in bereits dichtem, tragenden Materials auftreten; es kommt zum "Pumpen". Hier greift eine zusätzliche Regelung, die schnelle Impulse unabhängig von der Grundeinstellung abfängt. Frage: Was bewirkt der FILTER Schalter beim Kompressor?
Antwort: FILTER schaltet das sog. Sidechain-Filter des Kompressors ein. Da sich das Filter im Regelweg und nicht im Signalweg befindet, beeinflusst es nicht den Klang des Signals, sondern nur das Verhalten des Kompressors. Bei aktiviertem Sidechain beeinflussen tiefe Frequenzen das Signal weniger, wodurch ein ausgewogener Klang im Mitten- und Höhenbereich entsteht. Bei energiereichen Signalen wie Bassdrum oder Bass reagiert der Kompressor weniger stark, das gefürchtete Pumpen bleibt aus. Die FILTER Schaltung bringt bei nahezu jedem Signal eine Klangverbesserung.
Das Sidechain-Filter arbeitet als Low Cut, die Einsatzfrequenz ist bei 300 Hz; die Bässe werden mit einer Steilheit von 6dB/Oktave sanft abgesenkt. Frage: Wofür sind die 8 Presets des Kompressors ausgelegt?
Antwort: Der COMPRESSION MODE Wahlschalter schaltet die programmabhängige Nachführung der Regelzeiten des Kompressors zwischen 8 vor-optimierten Presets um:
V1 "Dynamic Voice": neutrale Dynamikbearbeitung, bei der die Lautheit und Dichte erhöht wird, ohne aufdringlich zu wirken.
V2 "Voice Over": eine besonders "laut" klingende Kompression, die den Charakter der natürlichen Stimme "aufbläst".
V3 "Classic Voice": der Kompressor verändert den natürlichen Charakter der Stimme nicht, sondern gleicht lediglich Pegelunterschiede sanft aus.
G1 "Guitar Funky": Der knackige Attack einer funky Guitar wird optimal hervorgehoben. Die Gitarre gewinnt an Druck und "schiebt sich im Mix nach vorne".
G2 "Guitar Overdrive": Dieses preset macht verzerrte Riffs fett, Gitarren-Lines werden druckvoller, und Jazz-Chords runder.
B1 "Bass Slap": Das auf Slap-Sound abgestimmte Preset verleiht dem Bass mehr Dichte ohne unerwünschte Nebeneffekte, er wirkt im Mix ruhiger.
B2 "Bass Fingered": hebt den "Anschlag" der Saiten prägnant hervor, das Instrument fühlt sich beim Einspielen "griffiger" an. Im Mix setzt sich der Bass besser durch.
P "Percussive": Dieses Preset wurde speziel zur Aufnahme von Drum- und Percussion-Sounds abgestimmt. Der Kompressor greift sehr schnell, erhält aber die natürliche Attackphase.
Tipp: Die Presets dienen als Anhaltspunkt. Auf der Suche nach dem richtigen Sound spricht nichts dagegen, eine Stimme z.B. mit einem Bass- oder Gitarren-Preset zu bearbeiten. Erlaubt ist, was gefällt - es darf experimentiert werden. Frage: Warum knackt es manchmal beim Betätigen der Schalter?
Antwort: Sämtliche ON Schalter des EN-VOICE MK II sind als Hardware ausgeführt. Die Bearbeitungsstufen werden also tatsächlich aus dem Signalweg genommen und nicht nur deaktiviert. Dies stellt die maximale Audioqualität sicher, führt jedoch manchmal durch die evtl. eingestellten Pegelunterschiede der Bearbeitungsstufen zu Knackgeräuschen.
Dies ist also kein technischer Defekt, aber auch nicht weiter schlimm, da die Einstellungen normalerweise vor der Aufnahme erfolgen. Frage: Kann ich den EN-VOICE MK II auch live einsetzen?
Antwort: Aber unbedingt! Obwohl der MK II hauptsächlich für Recordingzwecke entwickelt wurde, eignet er sich hervorragend für den Live-Einsatz. Im Gitarren-/Bass-Rack kann er z.B zwischen Vor- und Endstufe eingeschleift werden, um das Klangbild mit dem Kompressor zu verdichten und mit dem EQ zu optimieren. Durch den Anschluß der Gitarre (oder eines Fender Rhodes!) an den hochohmigen INSTRUMENT-Eingang, und Einspeisen des Ausgangssignals direkt ins Pult wird der EN-VOICE MK II zur komfortablen Röhren-DI-Box. Für die Bearbeitung von Gesang kann der EN-VOICE MK II wie ein Effektgerät in den Insert des Mischpult eingeschleift werden, damit die Stimme auch live vom Röhrensound profitiert...
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