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Automatik-Kompressoren Einige Kompressor-Hersteller haben den Problemen beim Einstellen der Zeitkonstanten programmabhängige Automatikfunktionen entgegenzusetzen, die abhängig von der Art des bearbeiteten Materials die Regelzeiten oder bei manchen Kompressormodellen auch die Kompressorkennlinie nachführen. Dabei sind die Attack- und Release-Regler deaktiviert, so dass weder eigene kreative Einstellungen noch eine Anpassung der Automatik an das spezifische Material möglich sind. Der MindPrint T-Comp verfügt als erster Kompressor über die sogenannte Adaptive-Funktion, die wesentlich mehr bietet als die bisher bekannte Automatik.
Zunächst ist auch die Adaptive-Funktion eine Automatik, die Einfluss auf die Regelzeiten nimmt. Den auffälligsten Unterschied bilden die Attack- und Release-Regler, die ihre Funktion auch bei aktivierter Adaptive-Funktion behalten. Nur dies gewährleistet, gleichzeitig von einer programmabhängigen Nachführung als auch von den Möglichkeiten der kreativen Einflussnahme auf die Regelzeiten profitieren zu können. Aber auch der Regelvorgang an sich unterscheidet sich. Die Releasezeit wird in relativ weiten Bereichen um den eingestellten Wert variiert, wobei die Zeitkonstante der Zeitvariation (mathematisch ausgedrückt ist dies der Maximalwert der zweiten Ableitung der Regelfunktion, während es sich bei der Releasezeit selbst um die erste Ableitung handelt) extrem schnell gewählt wurde, um ein optimales Folgen der Signalhüllkurve zu ermöglichen. Bei der Attackzeit ist der Regelbereich dagegen kleiner und erstreckt sich nicht symmetrisch um den eingestellten Wert, sondern definiert diesen als schnellstmögliche Anstiegszeit. Dieses Verhalten ist sinnvoll, weil in der Praxis meist die kürzest mögliche Attackzeit gesucht wird, die gerade noch nicht zu Verzerrungen führt. Diese darf folglich nicht unterschritten werden. Die Röhre als Teil des Konzepts Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Adaptive-Funktion ist die Erhöhung des Threshold-Wertes während der Attackphase. Dadurch fällt die Pegelreduktion während des Einschwingvorgangs deutlich geringer aus, wodurch sein natürlicher Klang erhalten bleibt. Auf den ersten Blick handelt man sich damit zwar den Nachteil schwächerer Kompression ein, auf den zweiten Blick ist dieses Konzept jedoch geradezu genial: Die hohen Pegel während der nur teilweise ausgeregelten Attackphase gelangen nämlich in den Sättigungsbereich der Röhre, die hier als Limiter wirkt und den fehlenden Rest zur Gain Reduction beiträgt. Da zudem der Einschwingvorgang in wesentlichem Masse klangbestimmend für die Wahrnehmung des gesamten Signals ist, wirken sich an dieser Stelle erzeugte Obertöne sehr stark auf das Ergebnis aus. Hier ist ein weiterer Grund zu finden, warum der T-Comp deutlich musikalischer klingt als andere Kompressoren. |