Was vor wenigen Jahren noch unerreichbar schien, ist heute bereits Realität. Nr. 1 Hits werden im Hotelzimmer recorded und im Landhaus gemischt. Die digitale Revolution hat stattgefunden und eine neue Spezies professioneller Tonstudios wurde geboren: Das Projektstudio. Das Geheimnis des "teuren Sounds" ist heute nicht mehr die Bandmaschine oder das unbezahlbare Mischpult. Das wahre Geheimnis liegt in der klanglichen Substanz des Signals beim Eintritt in die digitale Welt - und genau dafür sorgt der neue MindPrint® DTC.

Der Mikrofon-Eingang
Selbst in konventionellen High - End - Studios mit Konsolen für 100.000 EURO und mehr ist es seit langen Jahren üblich, kritische Mikrofonsignale mit speziellen, sehr teuren Mikrofon-Preamps aufzuzeichnen. Das Geheimnis dieser "esoterischen" Preamps ist der Eingangsübertrager, der dafür sorgt, dass ein Mikrofon alle Nuancen seiner Klangqualität entfalten kann. Beide Kanäle des DTC verfügen über extrem hochwertige Mikrofon-Eingangsstufen mit speziell in Kooperation mit dem renommierten Hersteller Haufe entwickelten Übertragern. Die Erfahrung dieses Partners ermöglichte erstmals die Realisierung eines außergewöhnlich hochohmigen Übertragertyps, der, anders als übliche Mikrofoneingänge, die vor allem im HF-Bereich auftretenden Impedanzspitzen von Mikrofonen nicht bedämpft und so für ein bisher unerreichtes, offenes und luftiges Klangergebnis mit erweiterter Dynamik sorgt. Jedes Mikrofon, vom einfachen dynamischen Handheld bis zum Großmembran-Kondensator, klingt am DTC plötzlich doppelt so teuer.

Die Klangbearbeitung
Gerade unter den modernen Produktionsbedingungen eines Projektstudios macht eine initiale Klangbearbeitung Sinn. Ein gezieltes Frequenz-Shaping erleichtert nicht nur das spätere Mischen, es ist auch die Basis für ein Monitorsignal, das den Künstler "anmacht". Die State-of-the-Art-Lösung sind hier aufwendige Outboard-EQs, bei denen nicht, wie bei Standard-Klangregelungen üblich, das gesamte Frequenzspektrum alle Filterstufen durchläuft (Serial-EQ-Konzept), sondern nur der zu bearbeitende Frequenzanteil den jeweiligen Filter passiert. Die klanglichen Vorzüge dieses Parallel-EQ-Konzepts nutzt der DTC in seinem vollparametrischen 4Band-EQ, der auch bei extremen Einstellungen nie die Klangsubstanz beschädigt. Zum Beispiel ermöglicht der DTC  extreme Anhebungen im HF-Bereich. Gleichzeitig bleibt dieser aber immer seidig und natürlich und wird nie unangenehm hart und scharf.

Die Dynamikbearbeitung
Die gezielte Dynamikbearbeitung vor der AD - Wandlung ist aus verschiedenen Aspekten unerlässlich. Zum einen ist das Übersteuerungsverhalten bei AD-Wandlern wesentlich heikler als bei analogen Geräten. Zum andern ist es sinnvoll den Dynamikumfang des Signals rechtzeitig dem Dynamikspektrum des Wandlers anzupassen. Praktisch alle High - End - Kompressoren/ Limiter basieren aus gutem Grund auf Optokopplern und / oder Röhren. Optokoppler beeinträchtigen als passive Bauelemente die Klangsubstanz wesentlich weniger als aktive Halbleiter. Röhren formen abgeregelte Impulsspitzen in harmonische Oberwellen um und erhalten so die Frische und Spritzigkeit des Signals. Die Kompressor/Limiter Sektion des DTCTM kombiniert diese Technologien mit einer hochentwickelten, intelligenten Automatisierung. Diese "Adaptive ResponseTM" Schaltung bewertet fortlaufend das Signal sowohl auf der Amplituden- als auch auf der Zeitachse und passt die Attack- und Releasezeiten ultraschnell und musikalisch sinnvoll an. Das Ergebnis : eine hohe Energiedichte auch bei kritischen Signalen ohne das gefürchtete Pumpen.

Die AD/DA Wandlung
Heute haben sich 24 Bit und 96 kHz als Konvertierungsstandard in der Oberklasse durchgesetzt. Die teilweise drastischen Unterschiede in der Klangqualität dieser Wandler-Kategorie beruhen zum einen auf den herstellerspezifischen Algorithmen aber noch ausgeprägter auf den Eigenschaften der analogen Sektion des Wandlers. Das DI-MOD 24/96 wurde als optimale Wandlereinheit passend zum DTC entwickelt. Zwei unabhängige 24Bit/ 96 kHz State-of-the-Art-Wandler des Herstellers AKM sind für die DA- und die AD-Wandlung zuständig und erlauben so verschiedene Taktfrequenzen im Ein- und Ausgang. Die von den MindPrint®-Ingenieuren unter audiophilen Gesichtspunkten entwickelte Ansteuerungs- und Filterschaltung garantiert zusammen mit der kürzestmöglichen Signalführung eine optimale Pegelanpassung und ein Höchstmaß an verwertbarer Dynamik ohne digitale Artefakte. Das DI-MOD 24/96 gibt jedem Anwender die Gewissheit, die klanglichen Vorzüge des DTC™ verlustfrei in die digitale Ebene zu übertragen. Für Toningenieure, die besonders schnell und spontan arbeiten wollen oder müssen: Einfach den Limiter auf 0 dBfs und den DTC-Ausgangspegelregler auf Mittenrastung einstellen – diese "Eichung" verhindert digitale Übersteuerungen ohne Dynamik-Kompromisse.

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  • Fakten
    2 unabhängige Kanäle
    Mikrofoneingang mit Eingangsübertrager
    48 Volt Phantom Speisung
    hochohmiger Intrumenten-Eingang
    Studio-Pegel Line-Eingang
    Phase Reverse
    stimmbare Hoch- und Tiefpass-Filter
    PurParallel®  4-Band vollparametrischer Equalizer
    Kompressor/Limiter
    Stereo-Link Schaltung
    integrierte AdaptiveResponse® Schaltung
    onboard Low-Cut Sidechain-Filter
    optionaler 24bit/96 kHz Digital IN/OUT mit AES/EBU-Extension

       
Empf. Verkaufspreis DTC: EUR 2139.-   
Empf. Verkaufspreis DI-Mod 24/96: EUR 459.- 
Empf. Verkaufspreis DI-Mod 24/96 AES/EBU: EUR 499.-    

 

DTC Messdaten:

Alle Messdaten beschreiben nur ein Kanal. Die Daten des zweiten Kanals können als gleich betrachtet werden. Alle Pegelangaben beziehen sich auf 0 dBu (0,775V RMS )

Eingänge :

LINE IN: Bauart: elektronisch symmetriert & floating
Impedanz:
35 kW
Empfindlichkeit:
-12dBU bis +20 dBu
max. Eingangspegel:
+ 25,5 dBu
Störspannungsabstand: -106 dB
Signaldynamik: 123 dB

Mic. IN Bauart: Trafo-symmetriert & floating
Frequenzbandbreite: 5Hz bis 127kHz +/- 3dB
Eingangsimpedanz: 5 kW
Empfindlichkeit:
-68dBu bis +22dBu
max. Eingangspegel: + 30 dBu bei –20dB ON
Störspannungsabstand: -131 dB

Instrument. IN Bauart: unsymmetrisch
Impedanz:
2,2 MW
Empfindlichkeit: -35dBu bis
+3dBu
max. Eingangspegel:
+7 dBu
Störspannungsabstand: -120,5 dB
Signaldynamik: 118 dB

INSERT Ret. : Bauart: elektronisch symmetriert & floating
Impedanz:
44 kW
Empfindlichkeit:
0 dBu
max. Eingangspegel:
+22 dBu
Signaldynamik: 117 dB

 

Ausgänge:

LINE OUT XLR: Bauart: elektronisch symmetriert & floating
Impedanz:
220 W
max. Ausgangspegel:
+ 25 dBu

LINE OUT Klinke: Bauart Ausgang: unsymmetriert
Impedanz:
220 W
max. Ausgangspegel:
+ 22,5 dBu

INSERT SEND: Bauart: elektronisch symmetriert & floating
Ausgangsimpedanz:
220 W
max. Ausgangspegel:
+ 22 dBu

 

Frequenzbearbeitung:

LO CUT: Einsatzfrequenz: 22 Hz bis 220 Hz
Steilheit: 24 dB/ oct.

HI CUT:
Einsatzfrequenz: 3 kHz bis 30 kHz
Steilheit: 12 dB/ oct.

LF Filter: Typ: Shelving
Einsatzfrequenz: 22 Hz - 700 Hz
Anhebung: +15 dB
Absenkung:
-15 dB
Güte - Steilheit: Q=0,15 bis Q=3

LMF Filter: Typ: Bell
Einsatzfrequenz: 47 Hz - 1600 Hz
Anhebung: +15 dB
Absenkung:
-25 dB
Güte - Bandbreite: Q=0,15 – Q=3

 

HMF Filter: Typ: Bell
Einsatzfrequenz: 190 Hz - 13000 Hz
Anhebung: +15 dB
Absenkung:
-25 dB
Güte - Bandbreite: Q=0,15 – Q=3

LF Filter: Typ: Shelving
Einsatzfrequenz: 840 Hz - 30000 Hz
Anhebung: +15 dB
Absenkung:
-15 dB
Güte - Steilheit: Q=0,15 bis Q=3

Dynamik-Bearbeitung:

Limit: +12dBFs bis 0dBFs.
Attackzeit: 5 ms 50ms

Releasezeit :
20 ms bis 2000 ms
Filter: Low-Cut 300 Hz, 6dB pro Oktave

Master Sektion:

Output Level: - ¥ dB bis +6dB

Allgemeine elektrische Daten:

max. Stromaufnahme: 190 mA @ 230V
max. Leistungsaufnahme: 44 VA
Netzspannungsbereich: +/- 10 %
Umgebungstemperaturbereich: - 10 ° C bis + 60 ° C

Allgemeine mechanische Daten:
q
Abmessungen: Breite: 482 mm Höhe: 133 mm Tiefe:238 mm
q
Rackmaße: 19 ", 1 HE Einbautiefe:222 mm, Bedientiefe: 23 mm
q
Gewicht: 6,1 kg ( 6,5 kg mit DI- MOD )

 

 

 

 

 

Recording verändert sich

Rüdiger Forse Stefan Fischer

Ein Interview von Marketing Direktor Stefan Fischer mit
Produktmanager Rüdiger Forse über den neuen MindPrint DTC

 

Vorwort

Im Digital-Zeitalter eine neue Qualität zu erreichen ist kaum mehr mit einer höheren Samplingfrequenz oder Bit-Tiefe möglich. Die digitale Verarbeitungsqualität ist besser als je zuvor und hat einen Standard erreicht, der selbst höchsten Klang- und Dynamik-Ansprüchen genügt. Mit einer Abtastrate von 96khz lassen sich Frequenzen wiedergeben, die weit mehr als doppelt so hoch liegen wie die höchsten, die wir bewußt wahrnehmen können. Eine Auflösung von 24Bit bietet einen Dynamikumfang der weit über die Schmerzgrenze des menschlichen Ohres reicht. Die Übertragung aller wahrnehmbaren Details und Nuancen eines Klanges wurden bisher stark durch die Technik begrenzt, heute sind wir der vollständigen Übertragung aller Bestandteile eines Klanges einen großen Schritt näher.

 

Die Aufgabe des DTC

SF: Gerade weil die Digital-Technik mittlerweile so hoch auflöst wäre doch die beste und kürzeste Verbindung ein reiner AD-Wandler. Warum bringt MindPrint gerade jetzt analoge High-End -Technik auf den Markt?

RF: Noch entscheidender als die Aufnahme- und Wiedergabequalität der Digital-Wandler ist die Qualität der Analogtechnik vor dem Wandler. Klang kann heute nur noch auf dem Weg von seiner analogen Entstehung bis zu seiner digitalen Aufnahme an Qualität verlieren. Diesen Weg so gut und so kurz wie möglich zu machen ist die Aufgabe des DTC....

SF: Es geht doch bestimmt kürzer, ohne zusätzliche Bauteile im Signalweg?

RF: Ja, man kann sich das gut vorstellen. Digitale Mikrofone gibt es bereits, und Gitarren mit digitalem Pickup werden bestimmt nicht mehr lange auf sich warten lassen. Gott sei Dank, es wäre das Ende des analogen Kabels....

SF:... und der Anfang des Synchronisations-Chaos...

RF: ...stimmt. Außerdem will man ja verschiedenste Instrumente, Mikrofone etc. einsetzen, und ein Neumann U47 Röhrenmikro z.B. hat ja nun mal keinen Digitalausgang. Man muss eines bedenken: Der Klang von Instrumenten und Mikrofonen entsteht analog, als Strom und Spannung, und nicht als Bits und Samples. Und Strom und Spannung reagieren sehr empfindlich auf physikalische Größen wie Impedanz, Kapazität und Induktion. Und erst wenn diese Größen beachtet und Strom und Spannung in die "richtige Form" gebracht worden sind, dann kann man an eine Wandlung denken.

SF: Mit der "richtigen Form" meinst du Frequenz- und Dynamik-Bearbeitung?

RF: Ja, auch. Guter Sound fängt aber schon weit vor der Bearbeitung an, in der Eingangsstufe. Rein technisch gesehen ist ja die Aufgabe des DTC, einen sehr schwachen Wechselstrom mit einem weiten Frequenzspektrum zu verstärken und zu "formen". Wechselstrom hat aber seine Eigenarten: je nachdem ob Induktionen und Kapazitäten parallel oder seriell in einer Schaltung auftreten, haben diese eine dämpfende Wirkung auf Bässe oder Höhen. Bei allen analogen Klangquellen, ob Pick-Up oder Mikro, selbst einem normalen Kabel spielen diese Größen eine Rolle und haben Einfluss auf den Sound. Die spezielle Eingangsschaltung des DTC respektiert diese Größen auf eine ganz besondere Art und Weise. Das schafft die notwendige "Roh-Form" für die nachfolgende Frequenz und Dynamik-Bearbeitung.

 

 

Die Vorverstärkung

SF: Im Mikrofon-Eingang befindet sich ein Übertrager. Rein messtechnisch verfälschen Übertrager den Klang. Als das Rauschverhalten analoger Quellen stetig besser wurde war man froh den Übertrager als entkoppelndes Bauteil endlich nicht mehr einsetzen zu müssen. Warum jetzt der Schritt zurück?

RF: Es ist kein Schritt zurück, im Gegenteil: das komplexe Zusammenspiel von Impedanz, Kapazität und Induktion Im Übertrager sorgt für eine optimale Anpassung an Mikrofone und trägt wesentlich zur Wiedergabe des natürlichen Klangbildes eines Mikrofones bei. MindPrint hat diese Phänomene erforscht und in Zusammenarbeit mit der Firma Haufe einen aufwendigen Übertrager konstruiert, der die gewohnten positiven Klang Eigenschaften alter Vorbilder besitzt, und Nebenwirkungen wie Phasen-Verzerrungen der Höhen dank eines extrem weiten Frequenzganges bis 127kHz in den unhörbaren Bereich verlagert. Darüber hinaus entlastet er mit seinem Transformations-Verhältnis von 1:5 die nachfolgenden Verstärkerstufe, verringert damit den Klirrfaktor und ermöglicht ein extrem gutes Rauschverhalten.

SF: Was mir direkt auffiel ist die Impendanz des Mikrofon-Eingangs. Sie ist mit 5 K Ohm wesentlich höher ausgelegt als man es üblicherweise von Mikrofon-Vorverstärkern gewohnt ist. Warum weicht MindPrint so stark von den weit verbreiteten 600 Ohm ab?

RF: Ganz einfach, es klingt besser...!

SF: Ja, natürlich. Kannst du das mal näher erläutern?

RF: ....Das wird dann aber etwas theoretisch: Wie bereits gesagt ist die Impedanz von Mikrofonen nicht konstant, sondern frequenzabhängig. Innerhalb des Frequenzganges von Mikrofonen treten Impedanz-Spitzen auf, die weit über 1000 Ohm springen können. Ist die Eingangs-Impedanz eines Mikrofon-Vorverstärkers kleiner, werden diese Peaks gedämpft. Damit ändert sich automatisch der Frequenzgang. Da diese Peaks besonders in den Höhen auftreten, führt die automatische Bedämpfung niederohmiger Vorverstärker zu einem Verlust an Brillianz. Der DTC kann durch seine hochohmige Bauweise selbst extreme Peaks verarbeiten und verhindert damit Verluste in den Höhen. Dadurch klingen vor allem dynamische Mikrofone frischer und natürlicher. Kondensatormikros klingen ebenfalls besser, da deren Verstärker durch die geringere Belastung klirrärmer arbeiten können. Du wirst feststellen, dass du wegen der besseren Wiedergabe der Höhen auch weniger Equalizing brauchst.

 

Die Frequenzbearbeitung

SF: Bleiben wir beim Equalizing. Das Besondere am EQ des DTC ist die parallele Anordnung der Filter. Nicht jeder kennt den technischen Unterschied, kannst du es kurz erklären?

RF: Ja, gerne: Üblicherweise werden Filter hintereinander geschaltet. Dabei durchläuft das komplette Frequenzspektrum der Signale alle Filterstufen, was zu einer erheblichen Verschlechterung der Signalqualität führen kann. Man kann sich das wie eine kurvige, einspurige Straße vorstellen, die das Signal entsprechend bremst. Im Gegensatz dazu benutzt der Equalizer des DTC parallele Filter. Hierbei wird das Signal gleichzeitig auf alle 4 Bänder verteilt. Das kann man sich wie eine 4-spurige, gerade Autobahn vorstellen, auf der das Signal ungehindert vorankommt.

SF: Klingt logisch. Aber da war doch noch die passive Führung des Original-Signals. Was hat es denn damit auf sich?

RF: Das Original-Signal durchläuft den EQ praktisch wie durch ein dickes Kabel, ohne Unterbrechung. Die zum Original-Signal parallel angeordneten Bänder filtern nur die zu bearbeitenden Frequenzen. Soll jetzt ein Frequenzbereich angehoben werden, dann wird er dem Original-Signal in Phase zugemischt, bei Absenkung gegen die Phase. Das Original-Signal ist aber immer noch da. Dadurch erhält man maximale Klangtreue.

SF: Das Höhen und das Bass-Band sind als Shelving-Filter ausgelegt, die beiden Mittenbänder als Glocken-Filter. Eine regelbare Güte wie man sie bei Glockenfiltern findet ist bei Shelving-Filtern unüblich. Wie kann man sich eine "Bandbreite" bei Shelving-Filtern vorstellen?

RF: Eine Q-Faktor-Regelung von Shelving-Filtern ist relativ selten zu finden obwohl es die klangliche Flexibilität ungemein erhöht. Hohe Q-Faktoreinstellungen erzeugen nämlich dann bei Anhebungen zunächst eine kleine Absenkung im mittleren Frequenzbereich, bevor die Kurve zu den Randbereichen hin ansteigt.

SF: Vor dem "Hügel" entsteht also erst mal ein "Loch"?

RF: Man kann sich das so vorstellen: Will man z.B. die Höhen über 10 kHz anheben, etwa beim Mastering, kann man die Kurve so gestalten, dass der Frequenzbereich davor von 8 bis 10 kHz abgesenkt wird. Daraus resultiert ein unübertroffen weicher Klang. Oder, man kann den Tiefbass anheben, ohne den mulmigen Klang zwischen 150 und 300 Hertz zu befürchten. Bei Absenkungen kehrt sich dieser Effekt um: zuerst Erfolgt eine Anhebung, dann erst eine Absenkung. Das Gute daran ist, daß diese Charakteristik stufenlos einstellbar ist. Man gewinnt erhebliche Gestaltungsmöglichkeiten hinzu und kommt oft sogar ohne die Benutzung der Mittenregler aus. Die Anwendungen sind wirklich sehr flexibel und führen zu erstaunlichen Klang-Resultaten.

 

 

Die Dynamik-Bearbeitung

SF: Zu erstaunlichen Resultaten soll ja auch der Kompressor/Limiter fähig sein. Es gibt da aber nur zwei Regler, oder?

RF: Das stimmt, wobei der erste Regler sehr effektiv Threshold und Ratio verbindet, der zweite regelt die Zeiten, und der Filterschalter einen Sidechain-EQ ersetzt. Es sind also alle Parameter berücksichtigt.

SF: Wie kann man sich das in der Praxis vorstellen?

RF: Der Kompressor/Limiter-Regler funktioniert sehr effektiv: Am Linksanschlag findet lediglich eine leichte Kompression der lautesten Signale statt. Dreht man weiter im Uhrzeigersinn, wird der Threshold immer weiter heruntergesetzt. Bei Mittelstellung des Reglers "Limit @ 0dBfs" wird eine Übersteuerung zuverlässig verhindert. Alle Signale werden bei 0dB Full Scale limitiert. Das ist gerade bei digitalem Recording unverzichtbar. Gleichzeitig werden leise Signale bereits deutlich verstärkt. Bei weiterer Drehung nach rechts wird diese Verstärkung größer, die Limit-Funktion bleibt gleich.

SF: Das heisst, je weiter ich aufdrehe desto fetter wird der Sound?

RF: Ja, und wird gleichzeitig bei Fullscale limitiert. Normalerweise müsste man dazu Threshold, Ratio und Gain Make-Up des Kompressors nachregeln, und dieses Signal dann noch durch einen Limiter schicken. Der DTC kümmert sich von selbst darum.

SF: Und die Regelzeiten?

RF: Mit dem Release-Regler wird die Geschwindigkeit eingestellt, mit welcher der Kompressor nach einem lauten Signal ein leiseres Signal wieder anhebt. Eine sehr schnelle Regelung hebt z.B. Hallanteile des Signals hervor und führt zu einer starken Verdichtung des Klanges. Bei längeren Release-Zeiten bleibt der Originalklang stärker erhalten. Attack wird nicht verändert, das macht AdaptivResponse.

SF: Was ist denn genau Adaptive Response?

RF: Unser großes Geheimnis! Das Grund-Prinzip ist aber einfach darzustellen: Adaptive-Response arbeitet mit mehreren, sich gegenseitig beeinflussenden Regelzeiten. Ein üblicher Kompressor regelt dann ab, wenn z.B. Signalspitzen in bereits dichtem, tragenden Material auftgreten, es kommt zum Pumpen. Hier greift eine zusätzliche Regelung, die schnelle Impulse unabhängig von der Grundeinstellung abfängt.

SF: Ich dachte, das Filter verhindert Pumpen?

RF: Ja, ebenfalls, denn Pumpen kann auch dann auftreten, wenn energiereiche Bass-Signale zu großen Einfluss auf die Regelung haben. Typisches Phänomen: die Bass-Drum drückt die Höhen runter. Aus diesem Grund wurde das Filter so ausgelegt, daß der Kompressor auf tiefe Frequenzen weniger stark reagiert, wodurch sich ein gehörrichtiger Einsatz der Kompression ergibt. Da hier eine natürliche Funktion des menschlichen Ohres nachgebildet wird, bringt diese Filterschaltung bei nahezu jedem Signal eine Klangverbesserung.

SF: Welche Funktion haben dabei Opto-Koppler und Röhre genau?

RF: Die machen beide was sie am besten können: der Opto-Koppler komprimiert mit seinem unaufdringlichen Verhalten sehr angenehm. Da es sich beim einem Opto-Koppler um ein passives Bauteil handelt, klingt er wesentlich sauberer als ein aktiver Halbleiter. Die Röhre übernimmt mit ihrer natürlichen Sättigung zuverlässig die Limiter-Funktion, und ist natürlich für die harmonischen Obertöne verantwortlich.

SF: Bei einer harten Limitierung mit Null dB Fullscale könnte man aber eher den Klangcharakter eines Brickwall-Limiters denken?

RF: Nein, keineswegs. Der Limiter des DTC klingt ganz und garnicht als würde er das Signal gegen die Wand laufen lassen. Die Kompressorkennlinie geht sehr weich in die Limiterkennlinie über, also Softknee. Das Klangresultat ist vergleichbar mit dem Sound großer analoger Bandmaschinen. Durch die Addition der Obertöne treten komprimierte Signale in den Vordergrund, man empfindet sie als lauter, obwohl sie leiser sind.

SF: Und wie funktioniert das beim DTC?

RF: Beim DTC sind die Röhren so abgestimmt, dass die ungeraden Oberwellen besonders hervorgehoben, und die geraden Oberwellen unterdrückt werden...

SF: ...um den Vergleich zur Naturtonreihe zu ziehen: die Oktaven werden unterdrückt und Quinten und die Terzen betont?

RF: Genau, und das ergibt ein sehr angenehmes, unaufdringliches Klangbild. Das menschliche Ohr fühlt sich einfach wohler wenn Signalspitzen durch Präsenz, und nicht durch Lautstärke hervortreten.

 

 

analoger und digitaler Ausgang

SF: Am Ende der Signalkette befindet sich der Output Regler. Gibt es zu diesem etwas zu sagen?

RF: Ja, in Stellung 0 wird die Digital-Option optimal angesteuert. Limitiert man nun bei 0 dB Fullscale wird die Dynamik des Wandlers voll ausgenutzt.

SF: Das heisst, maximaler Pegel bei gleichzeitigem Schutz vor Übersteuerungen?

RF: Ja, wobei kritisches Material auch bei Fullscale-Limiting mit etwas weniger als 0 dB ausgesteuert werden sollte. Die beste Kontrolle bietet dabei das Eingangsmeter der Recording-Software. Man sieht es aber auch an der Anzeige des DTC, die rote LED darf bei Signal-Spitzen kurz aufleuchten, aber nicht ständig leuchten.

SF: Wieso die rote? Das sind doch dann plus acht laut Anzeige? Wieso nicht bei null?

RF: Wenn die LED-Kette "0" anzeigt liegt am analogen Ausgang der genormte Studio-Pegel von +4 dBm an. Auf analoger Seite hat man dann noch genügend Headroom der in der Praxis auch genutzt wird. Kein analoges Pult oder Band wird nur bis null ausgesteuert, sondern wesentlich höher. Digital gibt es nicht mehr als null, dann ist Schluss. Deshalb haben wir genügend Headroom gelassen, um die gewohnte analoge Arbeitsweise digital umsetzen zu können. Also wie gewohnt: wenn die rote LED leuchtet, drohen Verzerrungen, vorher nicht. Auch nicht innerhalb der Digital-Option.

 

Die Digital-Option DI-MOD 24/96

SF: Die neue Digital-Option arbeitet mit 24 Bit und 96 kHz. Laut Datenblatt mit einem Dynamikumfang von 113 dB (a). Es gibt doch schon Wandler die mehr schaffen?

RF: Der eigentliche Wandler-Chip schafft auch mehr. Heute benutzen sowieso fast alle Hersteller von Wandlern, also die Hersteller der Hardware um den Chip herum, den gleichen Typ. Aber trotzdem gibt es sowohl Klangunterschiede als auch Unterschiede im Dynamikumfang der verschiedenen Geräte. Denn der Chip alleine macht nicht die Qualität aus, sondern die analoge Umgebung, die Filter, die Signalführung und andere Faktoren. Natürlich kann man eine Chip-Beschaltung auf größtmöglichen Dynamik-Umfang optimieren, aber die dazu notwendigen Maßnahmen wirken sich negativ auf den Klang aus. Oft nicht messbar, aber hörbar!

SF: Sehr gute Messdaten garantieren also nicht automatisch eine sehr gute Wandlung?

RF: Schön wär´s! Das wissen wir aber schon vom alten CD-Standard. Zwischen Billig-Playern und teuren High-End Geräten liegen Welten. Das gleiche gilt auch für AD-Wandler. Selbst wenn sie ähnliche Messwerte und technische Daten aufweisen.

SF: Mit welchen Schnittstellen ist denn das Digital-Modul ausgestattet?

RF: Optisch mit S/P-DIF über Toslink , elektrisch mit S/P-DIF coax und auf Wunsch zusätzlich mit AES/EBU. Eine Besonderheit gegenüber dem alten Modul ist der Auto/Master-Schalter, der das DI-Mod zum Master mit der angewählten Frequenz zwingt, unabhängig davon, welche Frequenz anliegt.

SF: Der AD-Wandler arbeitet also völlig unabhängig vom DA-Wandler?

RF: Ja, man kann 44.1 kHz Aufnahmen mit dem DTC bearbeiten und mit 96 kHz wandeln, oder umgekehrt 96 kHz Material beim Mastern mit dem DTC gleich auf die richtige Frequenz für eine CD-Pressung bringen. Eigentlich war es nur eine Maßnahme zur Vermeidung von Sync-Stress, in der Praxis hat es sich dann als starkes Feature herausgestellt. Achja, ein weiteres Feature ist der Stereo-DA-Ausgang des DI-MOD. Man kann also mit einem DTC mit installierter Digital-Option völlig autark arbeiten.

SF: Das DI-MOD ermöglicht also auch das Abhören des Digital-Ausgangs eines Rechners?

RF: Zum Beispiel.

 

Das DTC-Konzept

SF: OK. Damit wären wir ja am Ende der Signal-Kette angelangt. Um es zusammenfassend zu sagen, was ist der DTC?

RF: Ein Frontend mit einer ganz spezielle Kombination bewährter Analog-Bausteine und der Klangtreue modernster Schaltungen. Die besten Schaltungskonzepte in einem einzigen Gerät, mit dem selben guten Preisleistungs-Verhältnis für das MindPrint bekannt ist.

SF: Mit welchen Geräten ist er vergleichbar?

RF: Die ursprüngliche Idee hinter dem DTC-Konzept und das Anwendungsgebiet sind mit einigen Channelstrips vergleichbar. Der DTC unterscheidet sich von existierenden Konzepten darin, dass er den teuren Sound esoterischer Outboards jedem anspruchsvollen Recorder zugänglich machen wird. Da er das einzige Gerät mit dieser Soundqualität der gebotenen Features in seiner Preisklasse ist, kann man ihn nur schwer vergleichen. Ausserdem ist es ein zweikanaliges Gerät, die meisten Channelstrips sind nur einkanalig.

SF: Ein Kanal reicht oft aus, warum zwei?

RF: Der Mensch hat zwei Ohren :-) Nein, es geht beim DTC einfach darum, eine Komplettlösung anzubieten. Ein einziger Kanal ist nur die halbe Lösung, man möchte ja nicht ausschließlich nur Solo-Gesang oder Gitarre aufnehmen, sondern auch mal eine Stereo-Mikrofonierung, einen Chor oder ganz einfach Keyboard und Submix. Ausserdem kann man mit dem DTC hervorragend mastern.

 

 

Die Benefits

SF: Mit rund EURO 2000 ist der DTC nicht gerade ein Gerät, dass man sich nebenbei mal aus dem Laden mit nimmt. Für wen genau wurde der DTC gebaut?

RF: Für alle Projekt-Studios. Recording wächst stetig und mit steigendem Qualitätsanspruch. Die meisten Musiker benutzen aber immer noch Preamps, Equalizer und Kompressoren welche das Signal definitiv verschlechtern; sie können mit der Qualität heutiger Aufnahmesysteme nicht Schritt halten. Es ist wichtig zu erkennen, dass man zu einem hochwertigen Mikrofon einen ebenbürtigen Eingangs-Kanal braucht. Wenn Vorverstärkung und analoge Signalbearbeitung verpfuscht sind, kann keine noch so gute Software den Klang und Ausdruck einer Stimme wieder herstellen. Der DTC erfüllt die Anforderungen von High-End Studios und denn Traum aller Projekt-Studios.

SF: Wie damals Alesis; mit dem ADAT verwirklichte Alesis bezahlbares, hochqualitatives 8-Spur Recording...

RF: Genau! Plötzlich war professionelle Mehrspur-Aufnahmequalität nicht mehr nur einem exklusiven, gutbetuchten Kundenkreis vorbehalten. ADAT löste damals eine Revolution aus, man könnte ADAT vielleicht sogar als "Mutter des Projekt-Studios" bezeichnen.

SF: Es war die Lösung für tausende von Musikern. Obwohl das Gerät an sich relativ viel kostete, war die gebotene Leistung für damalige Verhältnisse überragend.

RF: Eigentlich passiert mit dem DTC etwas ganz ähnliches: das klassische High-End Outboard Rack wird sowohl im Preis als auch im Handling auf zeitgemäßes Projekt-Studio Format gebracht.

SF: Der DTC ist also für jeden gedacht, der ein "Sound-Upgrade" für sein digitales Aufnahmesystem sucht?

RF: So kann man es beschreiben. Und das für eine lange Zeit, denn die Analog-Technik des DTC wird gegenüber digitalem Equipment niemals alt werden. Es gibt so viele Musiker, die von den Qualitäten existierender High-End Analog-Geräte begeistert sind, allerdings ist der Preis solcher Edel-Teile eher abschreckend. Bzw, die analogen Klassiker sind nicht auf dem Markt erhältlich. Der DTC macht jetzt High-End Aufnahmen zugänglich und bezahlbar. Darüber hinaus wird er auch diejenigen ansprechen, die einen reinen Preamp, Equalizer oder Kompressor suchen. Dank seines sehr guten Preis/Leistungs-Verhältnisses ist er eine echte Alternative zu vielen teureren analogen Outboards. Der DTC ist die konsequente Anwort auf den Wunsch nach überragender Aufnahmequalität die man sich leisten kann. Das "Final Tool" für jeden anspruchsvollen Musiker der das Thema Recording ernst nimmt.